Fiat erweitert seine Präsenz auf dem australischen Nutzfahrzeugmarkt mit dem 2026 Scudo, einem mittelgroßen Transporter, der direkt mit dem Branchenführer Toyota HiAce sowie Hyundai Staria Load und Ford Transit Custom konkurrieren soll. Der Scudo stellt die erneute Fokussierung von Fiat auf Transporter dar, ein Segment, in dem die Verkaufszahlen des beliebten Stadtautos 500 deutlich übertroffen werden.
Neuer Peugeot, bewährte Plattform
Der „neue“ Scudo ist im Wesentlichen eine überarbeitete Version des Peugeot Expert, die auf der bewährten Plattform der dritten Generation von Stellantis basiert. Diese Van-Architektur ist seit 2016 im Einsatz und wird von mehreren Marken genutzt, darunter Citroen, Opel, Vauxhall und in einigen internationalen Märkten sogar Toyota. Dieser Schritt ermöglicht Fiat den schnellen und kostengünstigen Einstieg in das Segment der mittelgroßen Transporter.
Preise und Varianten
Der Fiat Scudo 2026 kommt im Februar mit einem Startpreis von 48.490 US-Dollar (vor Straßenkosten) in die australischen Ausstellungsräume. Es wird in zwei Ausstattungsvarianten erhältlich sein – SWB (kurzer Radstand) und LWB (langer Radstand) – beide haben den gleichen Radstand von 3275 mm. Die LWB-Variante bietet mit 5333 mm zusätzlichen Laderaum dank eines längeren hinteren Überhangs.
Käufer können zwischen serienmäßig verglasten Hecktüren, die sich um 270 Grad öffnen lassen, oder einer verglasten Heckklappe für einen Aufpreis von 700 US-Dollar wählen.
Antriebsstrang und Effizienz
Der Scudo wird in Australien mit einer einzigen Antriebsstrangoption auf den Markt kommen. Einzelheiten zur spezifischen Motorleistung liegen noch nicht vollständig vor, die Plattform ist jedoch für ihre Kraftstoffeffizienz und Zuverlässigkeit bekannt.
Standardfunktionen und Ausstattungsvarianten
Das Basismodell des Scudo ist gut ausgestattet, darunter zwei Schiebetüren, eine verglaste Trennwand, Laderaumschutz, serienmäßige Halogenscheinwerfer und ein 10-Zoll-Digitalinstrumentenkombi gepaart mit einem 10-Zoll-Touchscreen-Infotainmentsystem. Drahtloses Apple CarPlay und Android Auto sind ebenso Standard wie wichtige Sicherheitsfunktionen wie die autonome Notbremsung, der Spurhalteassistent und eine Rückfahrkamera.
Die Primo-Ausstattung bietet erweiterte Funktionen wie Proximity-Zugang, LED-Scheinwerfer, ein kabelloses Telefonladegerät, Zweizonen-Klimaautomatik und einen einzigartigen, anpassbaren „Mobile Office“-Arbeitsplatz im Laderaum.
Sicherheit und Garantie
Der Fiat Scudo wurde noch keinem Crashtest von ANCAP oder Euro NCAP unterzogen. Allerdings gewährt Fiat eine fünfjährige Garantie über 200.000 km und fünf Jahre Pannenhilfe. Die Wartungsintervalle sind alle 12 Monate oder 20.000 km geplant, Preisdetails stehen jedoch noch aus.
Marktkontext
Die Entscheidung von Fiat, wieder in das Segment der mittelgroßen Transporter einzusteigen, ist strategisch. Der Absatz der Marke in Australien hängt nun stark vom Transporter Ducato ab: Letztes Jahr wurden 1.541 Einheiten verkauft, im Vergleich zu nur 411 der 500 Stadtautos. Der Scudo füllt eine kritische Lücke in der Produktpalette von Fiat und bietet eine vielseitigere und zugänglichere Option für Unternehmen und Handwerker.
Die Rückkehr des Scudo ist eine Fortsetzung des Branchentrends, dass Hersteller gemeinsame Plattformen nutzen und bestehende Modelle umbenennen, um effizient in neue Segmente vorzudringen. Dies ermöglicht es Unternehmen, die Entwicklungskosten zu minimieren und dennoch ein wettbewerbsfähiges Produkt anzubieten.
Der Fiat Scudo 2026 bietet australischen Käufern eine vertraute und dennoch wettbewerbsfähige Wahl und nutzt eine bewährte Plattform und ein gut ausgestattetes Paket, um es mit dem dominanten Toyota HiAce aufzunehmen.


















