Citroën prüft die Möglichkeit, ein kompaktes Mehrzweckfahrzeug (MPV) zurückzubringen, das an seine beliebte Picasso-Linie erinnert. Der Schritt erfolgt, da sich der Automobilmarkt verändert und sich die Vorlieben der Verbraucher weiterentwickeln, wobei das Interesse an praktischen, familienorientierten Fahrzeugen wieder zunimmt.
Die sich verändernde MPV-Landschaft
Seit Jahren ist das MPV-Segment geschrumpft und wurde größtenteils durch den Anstieg der Beliebtheit von SUV ersetzt. Modelle wie der Ford Tourneo Courier und Citroëns eigener Berlingo nehmen heute den Platz ein, der einst von engagierten Kleintransportern wie dem Xsara Picasso eingenommen wurde, der in den frühen 2000er Jahren ein Verkaufsschlager für Citroën war. Citroëns Designchef Pierre Leclercq glaubt jedoch, dass es eine Chance gibt, den MPV neu zu definieren.
Das ELO-Konzept als Testbed
Das Unternehmen stellte Ende letzten Jahres das radikale ELO-Konzept vor und präsentierte die Vision eines kompakten, sechssitzigen MPV. Obwohl die Produktion noch nicht bestätigt ist, dient das ELO als direktes Signal für Citroëns Interesse an einer Wiederbelebung des Formats. Leclercq erkannte die ELO offen als MPV an und erklärte, dass der Begriff heute andere Implikationen habe als in der Vergangenheit.
„Als sie durch SUVs ersetzt wurden, schienen MPVs eine alte Sache zu sein – nicht sehr sexy zu fahren. Aber ich denke, es gibt eine Möglichkeit, MPVs sexy und begehrenswert zu machen“, erklärte Leclercq.
Eine mögliche Wiedergeburt Picassos?
Auf die Frage nach der Wiederbelebung des Picasso-Typenschilds zeigte sich Leclercq optimistisch. „Wiedergeburt eines coolen Picasso – warum nicht?“ schlug er vor und betonte, dass jede Entscheidung von der Marktfähigkeit abhängt. Citroën prüft aktiv die öffentliche Reaktion auf das ELO-Konzept als Schlüsselfaktor.
Marktfeedback fördert die Entscheidungsfindung
Konzeptautos wie der ELO werden als Tests betrachtet, wobei Citroën das Feedback genau beobachtet, um die potenzielle Nachfrage abzuschätzen. Eine positive öffentliche Reaktion könnte den nötigen Schwung geben, um die Führungskräfte des größeren Automobilkonzerns davon zu überzeugen, die Produktion zu genehmigen. Leclercq zeigte sich zuversichtlich und erklärte, dass ein starkes Verbraucherinteresse die Argumente für einen neuen MPV im Picasso-Stil stärken würde.
Die Bereitschaft von Citroën, das MPV-Segment zu überdenken, zeigt einen pragmatischen Ansatz, der auf mögliche Veränderungen in der Verbrauchernachfrage reagiert und gleichzeitig seine Designkompetenz nutzt, um ein herausragendes Fahrzeug zu schaffen. Die Zukunft des Picasso hängt weiterhin von der Marktvalidierung ab, aber die Möglichkeit liegt eindeutig auf dem Tisch.

















