Volkswagen Amarok W600: Leistung statt Robustheit

Volkswagen Amarok W600: Leistung statt Robustheit

Mit dem neuen Amarok W600, einem leistungsorientierten Pickup, der in Zusammenarbeit mit dem australischen Ingenieurbüro Walkinshaw Performance entwickelt wurde, weicht Volkswagen von der typischen Mittelklasse-Lkw-Formel ab. Im Gegensatz zu den meisten Autoherstellern, die Wert auf Geländetauglichkeit legen, konzentriert sich VW auf das Fahrverhalten und die sportliche Attraktivität auf der Straße, eine Entscheidung, die in der Lkw-Welt für Aufsehen sorgt.

Ein anderer Ansatz für das Lkw-Design

Der W600, dessen Vorschau im November 2024 vorgestellt wurde und dessen Veröffentlichung zwischen Juli und September 2026 geplant ist, ist der Nachfolger des W580 und baut auf seinem Fahrwerk und Design auf, wobei der Schwerpunkt klar auf Fahrdynamik und nicht auf Felskriechfähigkeit liegt. Diese Wahl spiegelt eine wachsende Nische auf dem Lkw-Markt wider: Käufer, die ein vielseitiges Fahrzeug wünschen, ohne auf Komfort und Kontrolle auf der Straße zu verzichten.

Warum das wichtig ist: Während herkömmliche Lkw auf Nutzbarkeit und Geländeleistung abzielen, erfüllt der W600 die Nachfrage nach einem verfeinerten Fahrerlebnis. Dieser Ansatz deutet darauf hin, dass VW erkennt, dass viele Lkw-Besitzer der Alltagstauglichkeit Vorrang vor der Eroberung extremen Geländes einräumen.

Wichtige Verbesserungen: Stil und Substanz

Der W600 verfügt über mehrere optische und mechanische Verbesserungen. Dazu gehören:

  • 20-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Michelin-Performance-Reifen
  • Verbreiterte Spur mit Kotflügelverlängerungen
  • Eine Sportbar in Wagenfarbe
  • Elektrisch ausfahrbare Trittstufen
  • Doppelte Endrohre für einen sportlicheren Auspuffsound
  • Walkinshaw-Branding in der Kabine, einschließlich Kopfstützen, Fußmatten und Aluminiumpedalen

Darunter verfügt der Truck über ein speziell mit Koni entwickeltes Federungssystem, einschließlich eines neuen hinteren Stabilisators für präziseres Handling. Dieses Setup soll die Laufruhe verbessern, ohne die Leiterrahmenkonstruktion des Amarok zu beeinträchtigen.

Motorwahl: Ein Kompromiss?

Trotz der Fahrwerksverbesserungen behält der W600 den serienmäßigen 3,0-Liter-V6-Turbodiesel bei, der 247 PS (184 kW / 250 PS) und 600 Nm (443 lb-ft) Drehmoment leistet. Diese Entscheidung wurde von Nathan Johnson, Chef von VW Commercial Australia, bestätigt, der erklärte, dass der leistungsstärkere V6 des Ford Ranger Raptor für den Amarok nicht verfügbar sei. Der Diesel bietet zwar ausreichend Leistung, reicht aber nicht an die 392 PS des Raptor heran.

Kontext: Die Motorauswahl ist eine Einschränkung durch die Antriebsoptionen von VW. Beim W600 steht das Handling über der reinen Leistung, sodass der Diesel für den vorgesehenen Einsatzzweck ausreichend ist.

Zukunftsaussichten: Ein robuster Amarok?

Während der W600 derzeit im Mittelpunkt steht, hat VW eine stärker auf den Offroad-Einsatz ausgerichtete Version nicht ausgeschlossen. Produktmanager Michael Cenci deutete die Möglichkeit eines zukünftigen W600X an, der möglicherweise den ausgemusterten W580X durch ein robusteres Design und eine höhere Fahrhöhe ersetzen würde.

Die Sonderangebote von Walkinshaw bleiben jedoch ausschließlich australischen und neuseeländischen Kunden vorbehalten, sodass sich der Rest der Welt bei Offroad-Modifikationen auf Drittanbieter-Tuner verlassen muss.

Der Volkswagen Amarok W600 stellt eine Abkehr vom traditionellen Lkw-Design dar und legt Wert auf Leistung und Fahrverhalten auf der Straße gegenüber extremer Geländetauglichkeit. Dieser Ansatz signalisiert eine Marktverschiebung und richtet sich an ein Käufersegment, das Vielseitigkeit verlangt, ohne auf Fahrqualität zu verzichten.