Das Ende der „Funky Cat“: Warum GWMs Ora 03 in Großbritannien keinen Anklang fand

Die Ära der „Funky Cat“ ist im Vereinigten Königreich abrupt zu Ende gegangen. Great Wall Motor (GWM), der chinesische Automobilriese hinter der Marke, hat beschlossen, die Produktion des elektrischen Fließheckmodells Ora 03 einzustellen, was einen erheblichen Rückschlag bei seinem Versuch bedeutet, einen Anteil am britischen Elektromarkt zu erobern.

Ein falsch ausgerichteter Markteintritt

Als der Ora 03 im Jahr 2022 erstmals in Großbritannien auf den Markt kam, wurde er unter dem verspielten Spitznamen „Funky Cat“ vermarktet. Als stilvolle, kompakte Elektrooption positioniert, zielte er darauf ab, mit etablierten Anbietern wie dem Volkswagen ID.3, dem MG4 und dem Renault Zoe zu konkurrieren.

Allerdings hatte das Auto Mühe, seinen Halt zu finden. Obwohl sein retro-futuristisches Design darauf abzielte, herauszustechen, gelang es ihm nicht, visuelles Interesse in konsistente Verkäufe umzuwandeln. In einem Versuch, seine Identität zu rationalisieren, benannte GWM das Modell in Ora 03 um, um es an die Limousine Ora 07 anzupassen – ein Modell, das es bemerkenswerterweise nie in die britischen Ausstellungsräume schaffte.

Die Zahlen hinter dem Ausgang

Die Entscheidung, das Modell einzustellen, ist auf starke Verkaufszahlen zurückzuführen, die einen Mangel an Verbrauchernachfrage verdeutlichen. Der Rückgang erfolgte rasant:
2025: Im Laufe des Jahres wurden nur 542 Einheiten verkauft.
Q1 2026: Der Absatz sank in den ersten drei Monaten auf nur noch 26 Einheiten.

Diese Zahlen deuten darauf hin, dass der Ora 03 trotz des wachsenden Interesses an Elektrofahrzeugen bei britischen Käufern keinen Anklang fand, was möglicherweise an einer Kombination aus Problemen mit der Markenbekanntheit und der starken Konkurrenz seitens etablierterer europäischer und chinesischer Konkurrenten liegt.

Der breitere Kontext: Eine Geschichte zweier Strategien

Das Scheitern des Ora 03 dient als warnendes Beispiel für den allgemeinen Trend der Expansion chinesischer Automobilhersteller nach Europa. Der Erfolg in dieser Region ist höchst uneinheitlich und hängt stark von der Modellpositionierung und der Markenwahrnehmung ab.

  • Der Kampf: Der Versuch von GWM, mit einem Nischen-Elektro-Schrägheckmodell im „Lifestyle“-Bereich (dem Ora 03) die Führung zu übernehmen, ist gescheitert.
  • Der Kontrast: Im Gegensatz dazu verzeichnen andere chinesische Konzerne großen Erfolg. Chery beispielsweise verzeichnete durch seine Marke Jaecoo ein schnelles Wachstum, wobei der Jaecoo 7 in diesem Jahr zu einem der meistverkauften Fahrzeuge Großbritanniens wurde.

Diese Ungleichheit deutet darauf hin, dass britische Verbraucher zwar aufgeschlossen gegenüber chinesischen Marken sind, derzeit jedoch traditionellere SUV- und Crossover-Formate gegenüber kleineren, stilistisch experimentellen Schrägheckmodellen bevorzugen.

Was passiert als nächstes für GWM?

Während die Ora 03 ausgemustert wird, verlässt GWM den britischen Markt nicht. Das Unternehmen ist auch mit anderen Marken und Modellen präsent, darunter:
Haval: Derzeit wird der Hybrid-SUV Jolion Pro verkauft.
GWM Poer300: Ein Pickup, der letztes Jahr auf den Markt kam und dem KGM Musso Konkurrenz machen sollte.

Die unmittelbare Unsicherheit liegt bei den über 40 Ora-Händlern im gesamten Vereinigten Königreich. Da ihr Hauptprodukt eingestellt wurde, bleibt die Zukunft dieser spezialisierten Händler unklar.

Die Einstellung des Ora 03 verdeutlicht die Schwierigkeiten chinesischer Hersteller, in einem hart umkämpften Umfeld mit designorientierten Nischen-Elektrofahrzeugen in den britischen Markt einzudringen.

Schlussfolgerung
Der Ausstieg aus dem Ora 03 markiert für GWM einen Wendepunkt, weg von kleinen, eigenwilligen Elektrofahrzeugen hin zu traditionelleren Segmenten. Es dient als Erinnerung daran, dass im sich entwickelnden Markt für Elektrofahrzeuge ein unverwechselbares Design kein Ersatz für eine starke Marke ist