Die Ära des preisgünstigen Cabriolets verschwindet rasch aus der Automobillandschaft. Wo einst die Autokataloge mit erschwinglichen Cabriolets gefüllt waren, die oft aus einfachen Schrägheckmodellen umfunktioniert wurden, hat sich der Markt verändert. Der „Juke-Effekt“ hat dazu geführt, dass Autofahrer auf Crossover umsteigen und den Außenbereich gegen die erhöhte Sitzposition und die Panorama-Glasdächer von SUVs eintauschen.
Es bleiben jedoch zwei treue Begleiter übrig, die eine letzte Chance bieten, die Sonne (oder in diesem Fall den Schnee) zu genießen, ohne das Budget zu sprengen.
Die Überlebenden: Mazda vs. Mini
Auf einem Markt, der von höherwertigen Crossovers dominiert wird, verfechten zwei Hersteller weiterhin die traditionellen Roadster- und Cabriolet-Formate für unter 30.000 £.
Die Wahl des Puristen: Mazda MX-5
Der Mazda MX-5 ist seit den späten 1980er Jahren ein Eckpfeiler des Enthusiastenmarktes. Auch in der vierten Generation bleibt es ein Maßstab für das Fahrerengagement.
– Preis: Ab 28.585 £ für die 1,5-Liter-Prime-Line (130 PS).
– Wert: Inflationsbereinigt stellt der aktuelle Einstiegspreis ein echtes Schnäppchen dar.
– Charakter: Es bleibt der Goldstandard für leichten Spaß mit Hinterradantrieb.
Die praktische Alternative: BMW Mini Cabrio
Der Mini bietet seit 2004 ein faltbares Verdeck an und ist kürzlich in die vierte Generation eingestiegen. Zwar fehlt ihm die reine Fahrdynamik des Mazda, dafür bietet er einen anderen Nutzen.
– Preis: Der 161 PS starke Cooper C (2,0-Liter-Turbo) beginnt bei 28.955 £.
– Vielseitigkeit: Im Gegensatz zum MX-5 bietet der Mini nutzbare Rücksitze und einen größeren Kofferraum, was ihn zu einem praktikableren Alltagsfahrer macht.
– Der Kompromiss: Der Mini verfügt über einen Frontantrieb und ein reines Automatikgetriebe, wobei die Benutzerfreundlichkeit Vorrang vor grobem Handling hat.
Die Grenzen testen: Eine schwedische Wintermission
Um den Charakter des neuen Mini wirklich zu testen, reisen wir nach Schweden. Während die meisten Eigentümer ihre Dächer offen lassen, um die Wärme in der Kabine zu bewahren, machen wir das Gegenteil.
Wir testen einen 201 PS starken Cooper S, der mit speziellen Nokian Hakkapeliitta-Spikereifen ausgestattet ist, um den Minustemperaturen standzuhalten. Das Ziel besteht darin, zu sehen, wie sich ein modernes, techniklastiges Cabriolet unter extremen Bedingungen schlägt, bei denen das Fahren von oben nach unten normalerweise als Wahnsinn gilt.
Das Infotainmentsystem des Mini verfügt sogar über einen „Always Open Timer“, der derzeit anzeigt, dass bei diesem speziellen Testwagen das Dach fast 22 Stunden am Stück eingefahren war.
Warum das wichtig ist
Das Verschwinden erschwinglicher Cabriolets ist mehr als nur eine Änderung des Designs; Es markiert eine grundlegende Verschiebung der Verbraucherprioritäten. Während sich die Hersteller in Richtung profitablerer Segmente mit hohem Fahrkomfort bewegen, entwickelt sich die spezielle Freude an einem leichten, offenen Auto eher zu einem Nischenluxus als zu einer Mainstream-Option.
Der Mini und der MX-5 stellen die letzte Grenze für Fahrer dar, die das sensorische Erlebnis der Straße über die wahrgenommene Sicherheit und den Nutzen eines Crossovers stellen.
Schlussfolgerung
Während sich die Automobilindustrie auf SUVs konzentriert, gelten der Mazda MX-5 und das Mini Cabrio als seltene, zugängliche Überlebende einer verschwindenden Gattung. Sie bieten eine letzte Gelegenheit, echtes Open-Air-Fahren zu erleben, bevor dieses Segment ganz verschwindet.


















