Der Ineos Grenadier kommt mit einer klaren Mission: zu beweisen, dass er ein robuster, zuverlässiger und kompromissloser Allradantrieb ist. Im Gegensatz zu vielen modernen Fahrzeugen, die sich als Geländewagen ausgeben und auf weichen SUV-Plattformen basieren, ist der Grenadier eine speziell gebaute Maschine. Um diesen Anspruch wirklich zu testen, starten wir einen langfristigen Testbetrieb, beginnend mit einem Fahrzeug, das bereits 10.000 Meilen auf dem Tacho hat.
Speziell entwickelte Technik im Vergleich zum modernen SUV
Es ist wichtig, zwischen einem Standard-SUV und einem echten 4×4 zu unterscheiden. Während bei den meisten modernen SUVs Fahrkomfort und Aerodynamik im Vordergrund stehen, legt der Grenadier Wert auf mechanische Haltbarkeit und Geländetauglichkeit. Dieser Unterschied zeigt sich in seiner grundlegenden Architektur:
- Karosserie-auf-Rahmen-Konstruktion: Es werden eine separate Karosserie und ein separates Fahrgestell verwendet, ein Markenzeichen schwerer Nutzfahrzeuge.
- Antriebsachsen: Sowohl die Vorder- als auch die Hinterachse sind mit Antriebsachsen ausgestattet, die für eine bessere Lenkung bei technischen Geländefahrten sorgen.
- Mechanische Differenzialsperren: Diese spezielle Fieldmaster-Ausstattung verfügt über drei manuell sperrbare Differenziale, um Traktion auch in anspruchsvollstem Gelände zu gewährleisten.
- Verteilergetriebe mit niedrigem Übersetzungsverhältnis: Speziell für den Kriechgang und nicht für Hochgeschwindigkeitsfahrten konzipiert.
Durch die Auswahl von Partnern wie Magna Steyr für die Entwicklung und Carraro für seine speziellen „Off-Highway“-Antriebsstränge hat sich Ineos für einen „Best-in-Class“-Ansatz bei der Hardware entschieden, bei dem mechanische Robustheit Vorrang vor digitalen Gimmicks hat.
Leistung und Antriebsstrang
Unter der Haube setzt der Grenadier auf bewährte deutsche Ingenieurskunst. Es wird von einem 3,0-Liter-Turbobenzinmotor von BMW angetrieben und bietet:
- Leistung: 282 PS bei 4.750 U/min
- Drehmoment: 332 lb ft (verfügbar von niedrigen 1.750 U/min bis zu 4.000 U/min)
- Getriebe: Ein Achtgang-Automatikgetriebe
Das breite Drehmomentband ist ein entscheidendes Merkmal für das Fahren im Gelände und ermöglicht dem Fahrzeug eine gleichmäßige, kontrollierte Bewegung bei niedrigen Geschwindigkeiten ohne ständiges Pendeln im Gang.
Die bevorstehende Herausforderung: Alltagstauglichkeit und extreme Tests
Der wahre Wert eines Fahrzeugs wird durch seine Vielseitigkeit definiert. Bei einem Grundpreis von 76.140 £ (vor Optionen) kann es sich der Grenadier nicht leisten, ein Nischenwerkzeug zu sein, das nur am Wochenende genutzt wird. Um seinen Premium-Preis zu rechtfertigen, muss es sich in zwei unterschiedlichen Umgebungen auszeichnen:
- Der tägliche Trott: Es muss die alltäglichen Realitäten des Lebens bewältigen, vom Pendeln auf dem Land über die Viehwirtschaft bis hin zum Navigieren auf unbefestigten Landstraßen.
- Die Extreme: Es muss weit über seine „Komfortzone“ hinaus beansprucht werden, um zu sehen, ob seine robusten Komponenten echter Belastung standhalten.
Ziel dieses Versuchs ist es herauszufinden, ob der Grenadier ein Spezialwerkzeug ist, das für den Alltag zu viel ist, oder ein vielseitiges Kraftpaket, das wirklich alles kann.
Fazit
Die kommenden Monate werden darüber entscheiden, ob der Ineos Grenadier ein legitimer Nachfolger der klassischen Nutzfahrzeuge der Vergangenheit oder einfach nur ein teurer Spezialist ist. Wir werden testen, ob sich seine robuste Konstruktion in praktischer, alltagstauglicher Zuverlässigkeit niederschlägt.
















