Warum der Allradantrieb Ihr Auto bei Schnee nicht anhält

Schnee liegt auf dem Bürgersteig. Reifen verlieren ihren Biss. Autos rutschen in Gräben. Es ist ein bekannter Albtraum für jeden, der im Winter gefahren ist. Wenn ein Fahrzeug ausrutscht, sind meist nur ein paar Dellen an der Stoßstange das beste Ergebnis. Eine katastrophale Massenkarambolage ist das, was jeder fürchtet.

Autohersteller wissen das. Ihre Werbespots zeigen elegante SUVs, die mit Leichtigkeit durch tiefe Schneeverwehungen pflügen. Die Botschaft ist klar: Der Allradantrieb bietet zusätzlichen Grip und sicheres Handling. Es klingt wie ein Sicherheitsnetz. Aber ist es tatsächlich sicherer?

Wie AWD-Systeme tatsächlich funktionieren

Um das zu beantworten, muss man unter die Haube schauen. Allradantrieb (AWD) ist keine Zauberei. Dabei handelt es sich um ein mechanisches System, das die Motorkraft auf die Räder mit der größten Traktion verteilt.

Traktion ist Reibung. Es ist die Haftung zwischen Gummi und Straße.

Bei einem Auto mit Frontantrieb geht die Kraft nur nach vorne. Die Hälfte geht an jedes Vorderrad. Bei einem Hinterradantrieb bleibt die Kraft hinten. Der Allradantrieb überträgt jederzeit die gleiche Kraft auf alle vier Räder.

AWD ist anders. Sensoren erkennen, welche Räder durchdrehen. Das System leitet dann die Kraft auf die Räder um, die auf der Straße haften. Wenn ein Rad die Traktion verliert, reduziert der Allradantrieb die Leistung auf dieses. Das hilft Ihnen, in Bewegung zu kommen. Es hilft Ihnen, aus einer Schneewehe heraus zu beschleunigen.

Das Stoppproblem

Hier liegt das Marketing.

Der Allradantrieb hilft Ihnen beim Anfahren im Schnee. Es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass einige Reifen Grip finden. Das ist nützlich.

Aber AWD hilft Ihnen nicht beim Anhalten.

Der Bremsweg bleibt auf glattem Untergrund derselbe wie bei einem Auto mit Zweiradantrieb. Sie brauchen immer noch Gummi, der sich ins Eis vergräbt, um langsamer zu werden. Der Allradantrieb bietet keinen Bremsvorteil.

Wer nicht anhalten kann, kann einen Unfall nicht vermeiden. Das ist ein massiver Fehler im Narrativ „Allradantrieb bedeutet Sicherheit“.

Das falsche Sicherheitsgefühl

Viele Fahrer glauben, dass sie mit einem AWD-Emblem am Heck unbesiegbar sind. Sie fahren schneller. Sie nehmen Kurven mit zu hoher Geschwindigkeit. Sie ignorieren die grundlegende Fahrhygiene im Winter.

Diese Arroganz hat Konsequenzen. Ich lebe in Neuengland. Ich sehe Subaru Outbacks jeden Winter auf den Seitenstreifen der Autobahn herumrollen. Das sind keine billigen Autos. Sie werden als wintertauglich vermarktet. Die Fahrer sind oft zuversichtlich. Das Ergebnis ist dasselbe: ein Auto rutscht seitlich in eine Leitplanke.

Reifen sind die wahre Lösung

Was ist also dran, wenn es darum geht, im Schnee sicher zu bleiben?

Gute Winterreifen. Stets.

Winterreifen bestehen aus speziellen Gummimischungen, die auch bei Minustemperaturen flexibel bleiben. Sie haben tiefere Profile, um sich in Schnee und Eis festzubeißen. Sie sorgen für die eigentliche Traktion, die das Fahrzeug stoppt und startet.

AWD hilft Ihnen, sich fortzubewegen. Winterreifen helfen Ihnen beim Anhalten.

Sie brauchen beides. Oder noch besser: Sie brauchen einen umsichtigen Fahrer, der weiß, dass kein Antriebsstrang der Physik trotzen kann. Ein geschickter Fahrer in einem Auto mit Zweiradantrieb und geeigneten Winterreifen wird einen arroganten Fahrer in einer Limousine mit Allradantrieb jedes Mal übertrumpfen.

Wenn Sie das nächste Mal einen Werbespot sehen, in dem ein Auto einen Schneesturm bezwingt, denken Sie daran: Die Reifen übernehmen die schwere Arbeit, nicht der Antriebsstrang.

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