Das passiert jedem Autofahrer irgendwann. Sie eilen in die Innenstadt, kommen zu spät zu einem Meeting und versuchen, die verlorenen Minuten zurückzugewinnen. Plötzlich stehen Sie hinter einem Radfahrer. Es fühlt sich wie ein Doppelschlag an. Jeder weiß, dass Fahrräder langsam sind. Sie halten den Verkehr auf. Sie verursachen Staus.
Diese Annahme hat gerade einen ernsthaften Geschwindigkeitsschub erfahren.
Eine im Juni 2020 im Transportation Research Record: Journal of the Transportation Research Board veröffentlichte Studie stellt die Vorstellung in Frage, dass Radfahrer die Straßen in der Stadt verstopfen. Drei Forscher der Portland State University untersuchten städtische Straßen mit geringer Geschwindigkeit und geringem Verkehrsaufkommen ohne eigene Fahrradwege. Ihr Befund? Bei Anwesenheit von Fahrrädern schwankte die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen um 1,6 km/h oder weniger.
Zweifler können sich darüber lustig machen, was sie wollen.
Die Erzählung ist einfach und tröstlich für Autofahrer: Fahrräder sind langsam, also müssen Autos langsamer werden, und diese Verlangsamung führt zu tückischem Stau. Aber Sie sollten Ihre Skepsis bremsen.
Das Team führte seine Forschung in Portland, Oregon, durch. Einigen Schätzungen zufolge hat diese Stadt den schlimmsten Verkehr in den Vereinigten Staaten. Sie stellten eine konkrete Frage: Reduzieren Fahrräder die Fahrgeschwindigkeit von Pkw auf Stadtstraßen ohne Radwege?
Um die Frage zu beantworten, beobachteten sie sechs verschiedene Straßen zu verschiedenen Zeiten, einschließlich der Hauptverkehrszeit. Sie verfolgten zwei Gruppen: Fahrzeuge, die anderen Kraftfahrzeugen folgten, und Fahrzeuge, die Radfahrern folgten.
Die vergleichende Analyse war krass. Es gab nur einen Geschwindigkeitsunterschied von 1 Meilen pro Stunde. Dieser Spielraum reicht kaum aus, um ein Backup zu verursachen. Es reicht sicherlich nicht aus, den Verkehrskollaps herbeizuführen, der die Autofahrer vor Schmerzen stöhnen lässt.
Im Gefälle verringerte sich der Abstand noch weiter. Radfahrer nutzten die Schwerkraft, um schneller zu werden. Autos gaben dort keinen wirklichen Grund zur Sorge. Und dann gibt es noch E-Bikes. Dank der Servounterstützung, die die Geschwindigkeit erhöht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Fahrräder von Autos überholt werden, unabhängig von der Steigung noch geringer.
„Die Hoffnung ist, dass unsere Studie die politischen Entscheidungsträger davon abhält, gemeinsame Straßen als praktikable Option zu verwerfen, weil sie den Eindruck haben, dass Radfahrer die Mobilität und Geschwindigkeit der Autofahrer behindern.“ — Jaclyn Schaefer, Studienautorin
Schaefer wies darauf hin, dass getrennte, geschützte Radwege zwar die bevorzugte Lösung seien, sie jedoch nicht immer in jedem städtischen Umfeld möglich seien. Gemeinsame Straßen bleiben trotz des Mythos vom stauenden Radfahrer eine praktikable Option.
Die Forscher planen, ihren Anwendungsbereich zu erweitern. Sie wollen eine größere Vielfalt an Straßen, Verkehrsaufkommen und Variablen testen, um zu sehen, wie Radfahrer andere Arten der Fahrzeugdynamik beeinflussen.
Das ist jetzt interessant
Der Copenhagenize Index bewertet die 20 Städte weltweit mit der besten fahrradfreundlichen Infrastruktur. Nummer eins? Kopenhagen. Mehr als 60 Prozent der Arbeits- oder Schulwege werden dort mit dem Fahrrad zurückgelegt. Keine US-Städte hat es geschafft, obwohl Minneapolis in der Vergangenheit auf der Liste stand. Zwei kanadische Städte schafften es in die Top 20: Vancouver und Montreal.

















