Ein seltsamer Dreh- und Angelpunkt
Volkswagen denkt rückwärts. Oder vorwärts, je nachdem, wie man es betrachtet.
Sie untersuchen Pläne zum Bau von in China entwickelten Elektrofahrzeugen in nicht ausgelasteten deutschen Werken. Warum? Um leere Stellen zu füllen, Arbeitsplätze zu retten und Blutungen zu stoppen. Der Schritt passt in ein größeres Muster: VW ordnet sein Inlandsgeschäft neu, während die Umsätze schrumpfen, die Gewinne sinken und die chinesischen Konkurrenten lauter werden.
Die niedersächsische Regierung – zweitgrößter VW-Aktionär – unterstützt die Idee.
Darauf deutete VW-Chef Oliver Blume im April hin. Aber die Details kamen gerade erst ans Licht. Gerade als der Vorstand einen brutalen Sanierungsplan vorschlug. Das könnte 100.000 Arbeitsplätze streichen und die Anzahl der hergestellten Modelle reduzieren. Es ist chaotisch. Es ist dringend.
Das Ziel ist nicht nur die Produktion. Es geht ums Überleben.
Quellen im Wolfsburger Hauptquartier weisen auf konkrete Namen hin. Die neue Unyx-Reihe. Diese Autos stammen aus einer Partnerschaft zwischen VW und Xpeng in China. Noch ist keine Entscheidung endgültig. Es ist immer noch Teil einer umfassenderen Überprüfung der Nutzung überschüssiger Kapazitäten.
Aber wenn es passiert, ist es eine historische Wendung.
Anstatt deutsche Ingenieurskunst nach China zu exportieren, würde VW in Deutschland in China entworfene Autos für Europäer bauen. Denken Sie eine Sekunde darüber nach. Der Handelspfeil ändert die Richtung.
Welche Autos?
Spitzenreiter ist der ID Unyx 07. Eine Limousine mit Hinterradantrieb. Es war der erste VW, der die China Electrical Architecture (CEA) nutzte. Mit 4881 Millimetern liegt es auf Augenhöhe mit dem Tesla Model 3. Direkte Konkurrenz.
Dann gibt es noch die ID Unyx 08. Ein SUV. 4887 Millimeter lang. Ein Manager sagte gegenüber Autocar, dass dieses Auto in die Fußstapfen des alten Touareg tritt. Global. Das ist eine kühne Behauptung.
Eine dritte Option? Die ID Unyx 09. Gehoben. Lang: 5081 Millimeter. Es wird im Oktober in die chinesische Aufstellung aufgenommen. Akten des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie enthüllten die Spezifikationen. Heck- oder Allradantrieb. Es ist luxuriös.
Es teilt sich die Technologie mit dem 08. Eine CATL-Lithium-Eisenphosphat-Batterie. KI-basierter Fahrerassistent, speziell für Chinas Straßen entwickelt.
Warum es nach Europa bringen? Vielleicht ist es gut genug. Vielleicht brauchen sie den gefüllten Raum. Vielleicht ist es an der Zeit, nicht mehr so zu tun, als würde sich der Markt nicht verändern.
In welche Richtung geht überhaupt die Zukunft? 🚗


















